{"id":1320,"date":"2026-01-23T16:06:38","date_gmt":"2026-01-23T16:06:38","guid":{"rendered":"https:\/\/danagreiner.com\/?post_type=exhibitions&#038;p=1320"},"modified":"2026-01-23T16:21:26","modified_gmt":"2026-01-23T16:21:26","slug":"ilinx","status":"publish","type":"exhibitions","link":"https:\/\/danagreiner.com\/de\/exhibitions\/ilinx\/","title":{"rendered":"&#8222;ILINX&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_05-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1324\" srcset=\"https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_05-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_05-300x200.jpg 300w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_05-768x512.jpg 768w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_05-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_05-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Photo: Johannes Bendzulla<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>INTERVIEW ANNE VIETH WITH DANA GREINER<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anne Vieth:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung tr\u00e4gt den Titel Ilinx und verweist damit auf eine<\/p>\n\n\n\n<p>einflussreiche Spieltheorie des 20. Jahrhun-derts. Der franz\u00f6sische<\/p>\n\n\n\n<p>Soziologe Roger Caillois unterschied in seiner Publikation \u201eDie<\/p>\n\n\n\n<p>Spiele und die Menschen\u201c (1958) grunds\u00e4tzlich vier verschiedene<\/p>\n\n\n\n<p>Arten des Spiels, von denen in vielen Spielen auch mehrere Aspekte<\/p>\n\n\n\n<p>zugleich vorkommen. Von den Grundformen agon (Wettkampf),<\/p>\n\n\n\n<p>alea (Zufall), ilinx (Rausch), mimikry (Maskierung) hast<\/p>\n\n\n\n<p>du als Leitmotiv deiner Pr\u00e4sentation das Rauschhafte, also jene<\/p>\n\n\n\n<p>Momente des Spielens gew\u00e4hlt, in denen ein Gef\u00fchl der Desorientierung<\/p>\n\n\n\n<p>einsetzt. Was hat dich an diesem Zustand grunds\u00e4tzlich,<\/p>\n\n\n\n<p>was im Besonderen mit Blick auf deine k\u00fcnstlerische Praxis<\/p>\n\n\n\n<p>interessiert?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dana Greiner:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Freiheit ist der unabdingbare Motor des Spiels \u2013 und nat\u00fcrlich auch<\/p>\n\n\n\n<p>der Kunst. Farbe ist Spiel, Bewegung ist Spiel. Selbst das Formulieren<\/p>\n\n\n\n<p>eigener Regeln innerhalb dieser Freiheit ist ein Spiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Rauschhafte in meiner Arbeit liegt genau in diesem Spannungsverh\u00e4ltnis:<\/p>\n\n\n\n<p>im Versuch, Bildformen zu fixieren, w\u00e4hrend sie sich noch<\/p>\n\n\n\n<p>in Bewegung befinden. Sie einzufangen wie ein Irrlicht oder sie, im<\/p>\n\n\n\n<p>Gegenteil, einem tats\u00e4chlichen Verlauf auszusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses scheinbar m\u00fchelose Zusammenf\u00fcgen und Trennen eigener<\/p>\n\n\n\n<p>Bildwelten erzeugt eine Dynamik, in der sich Bedeutungen verschieben,<\/p>\n\n\n\n<p>neue Bez\u00fcge entstehen und bestehende Ordnungen unterlaufen<\/p>\n\n\n\n<p>werden \u2013 etwa durch das Ineinandergreifen vergangener und gegenw\u00e4rtiger<\/p>\n\n\n\n<p>Bildelemente, durch Kinetik oder durch Anamorphosen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende entsteht ein Zustand, der intuitiv wirkt, aber einem inneren<\/p>\n\n\n\n<p>Regelwerk folgt. Eine Ordnung, die nicht vorab konstruiert ist,<\/p>\n\n\n\n<p>sondern erst im Vollzug sichtbar wird, auch im Dialog mit den<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachter*innen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr ist Arboreal, eine Arbeit aus 196 bemalten Glasbausteinen,<\/p>\n\n\n\n<p>die sich mit jeder Interaktion ver\u00e4ndert. Einzelne Steine der<\/p>\n\n\n\n<p>zusammenh\u00e4ngenden Arbeit stehen zum Verkauf, Platzhalter ersetzen<\/p>\n\n\n\n<p>die fehlenden. Es entsteht der Eindruck eines Schiebepuzzles. Das<\/p>\n\n\n\n<p>Werk bleibt formal bestehen, ver\u00e4ndert aber stetig sein Erscheinungsbild,<\/p>\n\n\n\n<p>l\u00f6st sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck auf, ohne je vollst\u00e4ndig zu verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Beispiel ist Clandestine Encore, eine gerahmte Plexiglasarbeit,<\/p>\n\n\n\n<p>die durch das programmierte \u00d6ffnen und Schlie\u00dfen eines<\/p>\n\n\n\n<p>bedruckten Vorhangs das Bild erweitert oder vollst\u00e4ndig verdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ausstellungstitel Ilinx war f\u00fcr mich dabei weniger ein Konzept,<\/p>\n\n\n\n<p>als ein Begriff, der bereits in den Arbeiten selbst angelegt war. Er<\/p>\n\n\n\n<p>beschreibt f\u00fcr mich weniger ein theoretisches Raster als vielmehr eine<\/p>\n\n\n\n<p>Haltung gegen\u00fcber Bewegung, Instabilit\u00e4t und Wahrnehmung. Diese<\/p>\n\n\n\n<p>Haltung zeigt sich auch in anderen Projekten, etwa in L\u00fcde in Ekcten,<\/p>\n\n\n\n<p>einem abstrakten Theaterst\u00fcck, das statische Werke mit Projektionen,<\/p>\n\n\n\n<p>selbstkomponierter Musik und Skulpturen im Raum in immer neue<\/p>\n\n\n\n<p>Bez\u00fcge setzt. Jeder Akt entwickelt eine eigene, ganz intuitive Dramaturgie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Spieltheorie von Roger Caillois hat mich deshalb besonders angesprochen:<\/p>\n\n\n\n<p>Sie beschreibt etwas, das sich mit k\u00fcnstlerischem Denken<\/p>\n\n\n\n<p>grundlegend \u00fcberschneidet, einen inneren Impuls, der sich in Bewegung<\/p>\n\n\n\n<p>setzt, ohne auf ein konkretes Ziel hinzuarbeiten. Einen Motor, in<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_02-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1338\" srcset=\"https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_02-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_02-300x200.jpg 300w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_02-768x512.jpg 768w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_02-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_02-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>dem Anfang und Ende ineinander \u00fcbergehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Bewegung kann Beobachtung sein, Entfaltung, Infragestellung,<\/p>\n\n\n\n<p>Herausforderung, Wiederholung, Sch\u00f6pfung \u2013 auch Scheitern. Solche<\/p>\n\n\n\n<p>Zust\u00e4nde sind fl\u00fcchtig, oft widerspr\u00fcchlich, aber zentral f\u00fcr das<\/p>\n\n\n\n<p>Entstehen von etwas Neuem. Sie pr\u00e4gen sowohl das Spiel als auch die<\/p>\n\n\n\n<p>Kunst. Caillois unterscheidet vier Grundformen: agon, den strukturierten<\/p>\n\n\n\n<p>Wettkampf, alea, das Spiel mit dem Zufall, mimikry, die Maskierung<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 und schlie\u00dflich ilinx, den rauschhaften Taumel, das Moment<\/p>\n\n\n\n<p>der Vertigo. Diese vier Formen stehen nicht isoliert nebeneinander,<\/p>\n\n\n\n<p>sondern greifen ineinander wie kontrapunktische Stimmen. Sie bilden<\/p>\n\n\n\n<p>keine lineare Ordnung, sondern ein System durchl\u00e4ssiger Sektoren:<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen dem Disziplinierten und dem Entgrenzten, dem Regelhaften<\/p>\n\n\n\n<p>und dem Exzessiven entstehen \u00dcberg\u00e4nge, R\u00e4ume, in denen sich das<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcnstlerische ebenso bewegt wie das Spielerische.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anne Vieth:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele deiner Werke und Installationen weisen filmische, musikalische<\/p>\n\n\n\n<p>und theatrale Momente auf. Ich w\u00fcrde zusammenfassend<\/p>\n\n\n\n<p>von einem inszenatorischen Interesse sprechen, das gezielt gegen<\/p>\n\n\n\n<p>Kategorisierungen arbeitet. Wie n\u00e4herst du dich den verschiedenen<\/p>\n\n\n\n<p>Disziplinen an und wie gehst du zugleich mit Theorien<\/p>\n\n\n\n<p>wie denen von Caillois um, die ja durchaus auf dem Prinzip der<\/p>\n\n\n\n<p>Unterteilung gr\u00fcnden?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dana Greiner:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ist es nicht immer faszinierend, wenn sich in so etwas wie einem Spiel<\/p>\n\n\n\n<p>etwas tief Ernstes hineinmischt?<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Caillois ein fast 300-seitiges Werk dar\u00fcber geschrieben hat, wie<\/p>\n\n\n\n<p>man das Spiel einordnen kann, ist f\u00fcr sich genommen schon eine<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfartigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Und diese vier Kategorien, denen man sich, manchmal fast horoskophaft,<\/p>\n\n\n\n<p>ann\u00e4hern kann, weil sie vielleicht das eigene Naturell<\/p>\n\n\n\n<p>besser beschreiben als andere. Dass mich ilinx mehr interessiert als<\/p>\n\n\n\n<p>agon, ist jedenfalls eindeutig. Ich w\u00fcrde sogar sagen, dass ich mit<\/p>\n\n\n\n<p>dem Ernst, den Caillois dem Spiel entgegenbringt, ein verbreitetes<\/p>\n\n\n\n<p>Missverst\u00e4ndnis gegen\u00fcber meiner Arbeit beantworten kann: das<\/p>\n\n\n\n<p>Missverst\u00e4ndnis, dass das Spielerische blo\u00df Oberfl\u00e4che ist. Mich<\/p>\n\n\n\n<p>interessiert das Ernsthafte im Spiel \u2013 genauso wie das Spielerische im<\/p>\n\n\n\n<p>Ernsthaften. Diese Haltung begleitet viele meiner Entscheidungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Kunst besteht zu gro\u00dfen Teilen aus getroffenen Entscheidungen.<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Arbeit wird zum Beispiel die Farbwahl auf den ersten Blick<\/p>\n\n\n\n<p>manchmal als blo\u00dfer Pop gelesen, das Neon als schrill, die Form als<\/p>\n\n\n\n<p>konstruktivistisch. Aber man braucht das Intuitive f\u00fcr die Arbeit,<\/p>\n\n\n\n<p>das sie dann auch anders verst\u00e4ndlich macht. Dies ist dann keine<\/p>\n\n\n\n<p>Kategorisierung, sondern dient der Erg\u00e4nzung. Der Erg\u00e4nzung eines<\/p>\n\n\n\n<p>beispielsweise multimedialen Werks, das gleichzeitig Tauziehen und<\/p>\n\n\n\n<p>Staffellauf bedeutet. Staffellauf im Hinblick auf die M\u00f6glichkeiten<\/p>\n\n\n\n<p>der verschiedenen Kunstformen und deren jeweilige naturgegebenen<\/p>\n\n\n\n<p>Grenzen \u2013 und Tauziehen um die Hoheit einzelner Akzente. Ich h\u00f6re<\/p>\n\n\n\n<p>h\u00e4ufig, dass meine Arbeit jemanden ber\u00fchrt hat, und das freut mich.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn ich selbst empfinde oft einen starken Ernst \u2013 manchmal auch<\/p>\n\n\n\n<p>Schmerz \u2013 w\u00e4hrend der Arbeit. Manche Werke sind nat\u00fcrlich keck,<\/p>\n\n\n\n<p>andere eher verkopft. Aber hier sieht man, dass sich die Kategorien,<\/p>\n\n\n\n<p>wie bei Caillois gewisserma\u00dfen \u00fcberlappen und wenn n\u00f6tig an kom-<\/p>\n\n\n\n<p>Interview Anne Vieth mit Dana Greiner \u00fcber die Ausstellung ILINX<\/p>\n\n\n\n<p>plement\u00e4rer Stelle aneinander bedienen und sich gleichzeitig dort, wo<\/p>\n\n\n\n<p>die Grenzen feststehen ganz unverb\u00fcndbar zeigen. Musik, Bewegung,<\/p>\n\n\n\n<p>Bild, Text, Objekt \u2013 sie stehen nicht nebeneinander, sondern treten in<\/p>\n\n\n\n<p>einen Verlauf, der sich fortschreibt, neu sortiert, verschiebt. So entstehen<\/p>\n\n\n\n<p>Momente, die intuitiv wirken, aber einer inneren Ordnung folgen,<\/p>\n\n\n\n<p>die sich erst im Tun offenbart.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anne Vieth:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was ist es, was dich an der Rahmung deiner Werke fasziniert. Da<\/p>\n\n\n\n<p>gibt es die gestalteten bzw. farblich auf die Komposition abgestimmten<\/p>\n\n\n\n<p>Rahmen, die Kniefallrahmen, die 3-D-Druck-Rahmen<\/p>\n\n\n\n<p>der neueren Arbeiten und im Grunde sind ja auch die Werke<\/p>\n\n\n\n<p>mit Vorh\u00e4ngen spezifischgefasst. In der Kunstgeschichte des 20.<\/p>\n\n\n\n<p>Jahrhunderts wurde der Rahmen auf vielf\u00e4ltige Weise reflektiert<\/p>\n\n\n\n<p>und vor allem als werkgenerierendes Element verstanden. Ich bin<\/p>\n\n\n\n<p>immer gl\u00fccklich, wenn K\u00fcnstler:innen die Rahmung vorgeben<\/p>\n\n\n\n<p>bzw. auch den ungerahmten Zustand als klare Setzung verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn auch am Rahmen werden so elementare Diskussionen wie<\/p>\n\n\n\n<p>die des autonomen Kunstwerks und des Ausstiegs aus dem Bild<\/p>\n\n\n\n<p>verhandelt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_06-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1325\" srcset=\"https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_06-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_06-300x200.jpg 300w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_06-768x512.jpg 768w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_06-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_06-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Photo: Johannes Bendzulla<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Dana Greiner:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Angefangen hat das an der Kunstakademie, als ich begonnen habe,<\/p>\n\n\n\n<p>Rahmen mit einfachsten Mitteln selbst zu bauen, oft ohne Gehrung,<\/p>\n\n\n\n<p>meist aber auch schon lackiert. Manche waren gr\u00f6\u00dfer als der Keilrahmen<\/p>\n\n\n\n<p>und ragten nach vorn, um die Malerei \u00fcber die Bildfl\u00e4che hinaus<\/p>\n\n\n\n<p>zu erweitern, andere liefen exakt auf Kante nach hinten, um Tiefe zu<\/p>\n\n\n\n<p>erzeugen. Ich habe den Eindruck, dass manche Werke ganz nah an<\/p>\n\n\n\n<p>der Wand sein wollen \u2013 die brauchen dann keinen Rahmen. Andere<\/p>\n\n\n\n<p>streben f\u00f6rmlich nach vorn. Ein gerahmtes Bild wirkt f\u00fcr mich oft<\/p>\n\n\n\n<p>wie Teil einer \u00fcbergeordneten Betonung. Der Rahmen er\u00f6ffnet die<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glichkeit, das Bild skulptural zu denken, ihm eine zus\u00e4tzliche Ebene<\/p>\n\n\n\n<p>zu geben \u2013 ob exzentrisch, zur\u00fcckhaltend, erhaben oder verspielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann sehr symbolisch mit Rahmen umgehen, etwa Farbebenen<\/p>\n\n\n\n<p>\u00fcber sie hinaus in neue Achsen f\u00fchren oder durch die Rahmung selbst<\/p>\n\n\n\n<p>eine Art Herrschaft \u00fcber die Wand etablieren. In solchen Momenten<\/p>\n\n\n\n<p>ist der Rahmen beinahe wie ein Zepter \u2013 selbst die zur\u00fcckhaltendsten<\/p>\n\n\n\n<p>Versionen emanzipieren sich auf andere Weise von der Wand als eine<\/p>\n\n\n\n<p>Leinwand es k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Arbeit haben Rahmen tats\u00e4chlich eine sehr eigenst\u00e4ndige<\/p>\n\n\n\n<p>Funktion. Bei den Kniefallrahmenbildern etwa sind es zwei lackierte<\/p>\n\n\n\n<p>Holzgestelle in Lebensgr\u00f6\u00dfe, die einander gegen\u00fcber knien. In den<\/p>\n\n\n\n<p>Holzk\u00f6rpern sind Plexiglasarbeiten eingespannt; eine Mischung aus<\/p>\n\n\n\n<p>Malerei und Skulptur. Die beiden Werke fokussieren sich aufeinander,<\/p>\n\n\n\n<p>lassen keinen Raum, um sie frontal zu betrachten. Man muss<\/p>\n\n\n\n<p>sie umrunden, erlebt sie k\u00f6rperlich und bemerkt dabei, dass sich die<\/p>\n\n\n\n<p>Kategorien von Medium und Rahmung zunehmend aufl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was urspr\u00fcnglich als Einfassung gedacht war, wird zum Werk selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine neuesten Arbeiten haben auch einen sehr pr\u00e4senten Rahmen,<\/p>\n\n\n\n<p>der wesentlicher Bestandteil des Werkes ist. 3D gedruckte PETG<\/p>\n\n\n\n<p>Rahmen, die unterschiedliche Formen annehmen und teils das Bild in<\/p>\n\n\n\n<p>der Rahmung fortsetzen. Einige dieser Arbeiten geh\u00f6ren zur Caillois-<\/p>\n\n\n\n<p>Reihe, die sich in Farbe und eingef\u00fcgtem Schriftzug unterscheiden<\/p>\n\n\n\n<p>und nach den vier Hauptbegriffen seiner Spieltheorie benannt sind \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>gewisserma\u00dfen Hauptwerke der Ilinx Ausstellung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anne Vieth:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den ausgestellten Bildern f\u00e4llt auf, dass du mit vielen verschiedenen<\/p>\n\n\n\n<p>Malmaterialien arbeitest. Auf der Bildfl\u00e4che lassen sich<\/p>\n\n\n\n<p>sehr vielf\u00e4ltige Haptiken erkennen \u2013 sei es der glatte Farbauftrag<\/p>\n\n\n\n<p>der sich \u00fcberlagernden Fl\u00e4chen, der besondere Effekt von Enkaustik<\/p>\n\n\n\n<p>und Pastellkreide oder aber die fast \u201ewarzenartigen\u201c Erhebungen<\/p>\n\n\n\n<p>auf manch einem Bild. Nicht zu vergessen die Schleck-<\/p>\n\n\n\n<p>Bilder. Hast du auch auf Ebene der Maltechniken das spielerische<\/p>\n\n\n\n<p>Moment f\u00fcr dich entdeckt?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dana Greiner:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jedes Malmaterial ist eigenst\u00e4ndig, gerade selbst angemischt. Mit Pigment<\/p>\n\n\n\n<p>und den unterschiedlichsten Bindemitteln wird daraus ein ganz<\/p>\n\n\n\n<p>besonderer Akt. Ich habe schon fr\u00fch angefangen, mit unterschiedlichen<\/p>\n\n\n\n<p>Malmaterialien zu experimentieren. In der Akademie habe ich<\/p>\n\n\n\n<p>in alle T\u00f6pfe gegriffen, um meinen pers\u00f6nlichen Ausdruck durch das<\/p>\n\n\n\n<p>Aufeinandertreffen unterschiedlichster Medien zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mit Latex, Epoxidharz, Enkaustik, Lacken, mit Eisen oder<\/p>\n\n\n\n<p>Haaren versetzten Acrylmedien oder purem Pigment gearbeitet und<\/p>\n\n\n\n<p>viele Rezepte aus dem Doerner Institut ausprobiert. Noch dazu habe<\/p>\n\n\n\n<p>ich das Gl\u00fcck, aus M\u00fcnchen zu kommen, mit einem wunderbaren<\/p>\n\n\n\n<p>Kremer Pigmente-Laden nebenan \u2013 das hat meinen Materialfetisch<\/p>\n\n\n\n<p>noch erweitert. Ich habe erkundet, wie ich mit geometrischen Figuren<\/p>\n\n\n\n<p>in Kombination mit unterschiedlichen Techniken und Medien die<\/p>\n\n\n\n<p>Abstraktion aufladen kann. Das Lasierende auf das Opake treffen zu<\/p>\n\n\n\n<p>lassen, das Matte auf das Gl\u00e4nzende \u2013 aber auch Assemblage-Techniken<\/p>\n\n\n\n<p>mit Hula-Hoop-Reifen, Watte, Polyesterf\u00e4den oder Kunsthaar<\/p>\n\n\n\n<p>habe ich fr\u00fch eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Neu in meinen Arbeiten ist der fl\u00e4chige Auftrag von Pastellkreiden,<\/p>\n\n\n\n<p>die ich fr\u00fcher eher partiell und akzentuiert verwendet habe. Und ja,<\/p>\n\n\n\n<p>das \u201eSchleckbild\u201c ist eine ganz neue Herangehensweise. In diesen<\/p>\n\n\n\n<p>Bildern schlecke ich die Form und sozusagen auch den Inhalt, der aus<\/p>\n\n\n\n<p>gegossenem Zucker besteht, zurecht. In der Ilinx-Ausstellung wird<\/p>\n\n\n\n<p>diese Arbeit zus\u00e4tzlich mit Projektion und Sound erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anne Vieth:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die abschlie\u00dfende Frage richtet sich an die Motive: Deine Malereien<\/p>\n\n\n\n<p>w\u00fcrde ich auf den ersten Blick als Auseinandersetzung mit<\/p>\n\n\n\n<p>der Abstraktion beschreiben. In vielen Werken l\u00e4sst sich zugleich<\/p>\n\n\n\n<p>eine Art Kreat\u00fcrlichkeit entdecken. Kein unbekanntes Ph\u00e4nomen,<\/p>\n\n\n\n<p>aber dennoch w\u00fcrde mich interessieren, was bei dir \u201edahintersteckt\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dana Greiner:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort \u201eKreat\u00fcrlichkeit\u201c gef\u00e4llt mir sehr \u2013 und ja, es trifft zu. In<\/p>\n\n\n\n<p>meiner Arbeit liegt definitiv nichts rein Formalistisches. Es geht mir<\/p>\n\n\n\n<p>darum, den Charakter und die Wirkung eines Materials oder einer<\/p>\n\n\n\n<p>Form zu entschl\u00fcs-seln und sie dann durch andere Beschaffenheiten<\/p>\n\n\n\n<p>komplex werden zu lassen. Es ist eine Art materialistische Psychoanalyse,<\/p>\n\n\n\n<p>die sich w\u00e4hrend des Malprozesses vollzieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich arbeite so lange, bis alle Farben und Formen ihren Platz gefunden<\/p>\n\n\n\n<p>haben \u2013 bis sie sich gegenseitig sowohl erg\u00e4nzen als auch zerst\u00f6ren,<\/p>\n\n\n\n<p>jedoch nie die Kommunikation untereinander abbrechen. Es ist wie<\/p>\n\n\n\n<p>das Erschaffen einer sehr besonderen Pers\u00f6nlichkeit, an die man<\/p>\n\n\n\n<p>irgendwann selbst nicht mehr ganz herankommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist das, was ich wohl ben\u00f6tige um das entsprechende und sich widerspiegelnde<\/p>\n\n\n\n<p>Gef\u00fchl von Ernst, Liebe, Ironie, Verletzlichkeit, Chaos<\/p>\n\n\n\n<p>und Spiel zu erschaffen, da ich einen Gegenpart brauche und dieser ist<\/p>\n\n\n\n<p>kreat\u00fcrlich, da ich mit dem Bild kommunizieren muss und m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>WWW.PETRARINCKGALERIE.DE<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-container-2 wp-block-gallery-1 wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"2560\" height=\"1706\" data-id=\"1324\"  src=\"https:\/\/danagreiner.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/petrarinck_danagreiner_sept2025_05-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1324\" 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